Die Hexe


Bei dem Mangel an schriftlicher Überlieferung läßt sich heute nicht mehr ausmachen, inwieweit die Hexen der ältesten Fastnacht angehören. An und für sich liegt es nahe, sie mit den Hexenprozessen in Verbindung zu bringen. Hier gehen allerdings die Meinungen auseinander. Die Gestalt der Hexe ist viel älter. Sie begegnet uns schon bei den alten Germanen als ,,hagazussa" d.h. Hag- oder Waldweib. Auch wird sie als „Wildes Weib" gedeutet. Die Hexe ist das böse, unheimliche, schadenfrohe Wesen, das ausgetrieben und vernichtet werden muß, wie die bösen Wintergeister. Die schreckenerregende Maske soll auf der anderen Seite aber auch die übrigen bösen Geister abschrecken und vertreiben.

 

Sie hängt aber auch eng zusammen mit jenen später auftretenden, im Walde hausenden alten, weisen Frauen, Wahrsagerinnen, Seherinnen, heil- und kräuterkundig, mit geheimen Wissen begabt.

Diese Frauen dachte man sich immer schon alt, welk und dürr.
Sie macht, daß die Kühe keine Milch geben und die Frauen keine Kinder bekommen. Nicht umsonst hat sie auch gelegentlich eine höhnisch lachende Gesichtshälfte. Doch sind auch wir nicht der Meinung, daß die Hexe erst durch die Hexenprozesse in die ,,Fasnacht" hineingekommen ist. Die Hexen im süddeutschen Raum tragen alle eine düstere, dunkle, gedämpfte Kleidung, weil man davon ausgeht, daß sich die Hexe nicht gerne gezeigt hat. Die Altshauser Hexen sind jedoch verhältnismäßig fröhlich gekleidet:
ein rotes Wams, eine grüne Schürze, ein schwarzer Rock, dazu ein gelbes Kopftuch. Die Altshausener Zunft ist verhältnismäßig jung und will sich durchaus nicht älter machen als sie ist. Vielleicht rührt es auch davon her, daß man diese auffallenden, modernen Farben gewählt hat. Zudem ist der Drang nach einer sauberen, farbenfrohen Fastnacht vorherrschend.