Das Schindele


Altshausen, der Mittelpunkt eines rein ländlichen Raumes, ist umgeben von großen Waldgebieten. Neben der Landwirtschaft, war es vor allem der Wald und die Holzverarbeitung, die vielen Bewohnern eine Arbeit boten. Sägereien, Korbmachereien und Schindelmachereien zeugen bis in die jüngste Zeit hinein von der ehemaligen Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges. 
Die Natur war die unmittelbare Lebensgrundlage, aus der sich alles entwickelte. Die Leute waren arm. So ist es nicht verwunderlich, daß man sich zur Fasnet kein aufwendiges Stoffhäs leisten konnte, sondern einfach seinen meist einzigen - Anzug nahm, diesen ,,schmückte" und am Aschermittwoch wieder davon ,,säuberte". Die Natur verhalf zu originellen Vermummungen. Stroh, Schneckenhäuser, Tannenzweige, Flechten oder Schindeln konnte 
jeder besorgen.Von diesen Gedanken ließ man sich leiten, als das ,,Schindele" geschaffen wurde. 

 

Es hat seinen Namen von den schindelartigen Plätzchen an seinem Häs.
Die Schindeln waren früher, neben Stroh und Rohr, das wichtigste Material zur Dachdeckung.
Sie wurden in verschiedenen Schichten übereinandergelegt und boten ein dichtes warmes Dach. 
Ferner konnte man in unseren Gegenden früher öfters Giebelfronten antreffen, 
die mit Schindeln verkleidet waren. Ihre Farbtönung war naturfarben als auch bunt. 
An all diese Schindeln erinnern die Plätzchen am Häs dieser Narren. Die drei Farben
des neuen Schindele sind Tannengrün, ein holzfarbenes Braun und ein Rot, das an 
reife Waldfrüchte erinnert. Das Schindele trägt ein Geschell und - als einzige Plätzles-
maske in der weiteren Umgebung - eine Holzmaske. Es ist mit einer Narrenrätsche 
ausgerüstet. In seiner fröhlichen Art stellt es den guten Frühlingsgeist dar, 
der mit seinen Lärminstrumenten die bösen Wintergeister, die Hexen, vertreiben will.